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Gut angekommen in Köln: REPORT 2009

Von Freiberg an den Rhein –  das Festival der tausend Themen wurde in diesem Jahr  vom Club Kölner Filmer ausgerichtet. Ein mutiges Beginnen angesichts der Probleme, die ein Tagungsort mitten in der Großstadt  befürchten ließen. Doch der Herr Regierungspräsident stiftete dem Club seinen amtlichen Parkplatz, gleich drei Ecken weiter. Und nächtigen konnte, wer wollte, gleich über dem filmischen Geschehen im Tagungshotel Kolping, das auch auf  kürzesten Wegen für das leibliche Wohl sorgte. Und war das heilige Köln mit seinem Dom und seinem lebensfrohen Umfeld nicht sowieso ein Reise wert? Alles würde wunderbar klappen -  und tat es auch.

Schon am Anreisetage war der Festspielsaal bestens besetzt und belohnte das Publikum mit Filmen, unter denen später drei Goldmedaillen glänzten. Hervorzuheben: „Die Suche nach der Schokoladenseite“ (Heidulf Schulze)  wo im Ehren ergraute Fotoamateure nach den besten Blickwinkeln für Portraits jugendfrischer Mädchengesichter suchten. „Schnapsglaspower“ (Ulf Kalkschmidt) zeigte ein Mini-Formel-Eins Rennen, veranstaltet von bastelnden Amateuren, die mindestens so leidenschaftlich ihrem Hobby frönten, wie wir Filmemacher. „Alles Theater??“ (Hermann Weber), war ein köstliches Theater übers Theater, herzlich belacht und beklatscht.

Dann, am frühen Samstagmorgen ein Highlight anderer Art: Eine Exkursion auf das Dach des Kölner Doms, hoch hinauf mit einem Bauaufzug und am Ende ein phantastischer Rundblick vom Dachreiter, weit hinaus über die Stadt und den Rhein und das Umland.

Wieder im Festspielhotel späteres Gold: „Wege im Dunkel“ (Jürgen Roller) und der Goldgewinner „Nur ein Sandkorn“ (Christine & Klaus Wilkerling), ein anrührender Bericht über ein Vermächtnis zugunsten einer Dorfschule in Afrika. Des weiteren am zweiten Tag ausnahmslos sehenswerte Filmen, deren Themenvielfalt sich an dieser Stelle leider nicht gebührend darstellen lässt. (Was ebenso für alle die anderen guten Filme das Wettbewerbs von Bronze bis Silber gelten muss.)

Womit beschließt man in Köln einen schönen Tag? Natürlich mit einem „Kölsch“ vom Fass. Ein Vergnügen, dass sich eine fröhliche Besuchertruppe nicht entgehen ließ, traditionell im berühmten „Päffgen“.

Der Sonntag: Wieder ein fast volles Haus und weitere elf Filmbeiträge, darunter noch einmal Gold: „Rheinische Straße 22“ (Dr. Veronique & Dr. Peter Hoch), ein Filmbericht „auf Augenhöhe“ über ein Gästehaus für Obdachlose und vom Schicksal geschädigte Mitbürger in Dortmund.

Fünfmal Gold – ein reichlicher Segen hoher Anerkennungen, der fast die vorgegebene Laufzeit für die Meldungen zur DAFF sprengte. Doch die attraktiv besetzte Jury wusste was sie tat und geizte nicht am falschen Platz. Das waren vom BDFA unter der Leitung von Anke Stoverock die filmerfahrenen Diskutanten Heike Wroblewski, Dr. Volker Bürkle und Jürgen Heile. Die Damen Katrin Heim und Isabel Dziewiatka waren „vom Fach“ und steuerten außer fundierten Urteilen auch lehrreiche Kritik für Amateure bei. Allerdings hätte man sich gewünscht, hier weniger häufig die Formulierung „Ich hätte mir gewünscht...“ zu hören.
Bilanz: 43 Filme, 5 mal Gold, 13 mal Silber, 14 mal Bronze. Ein unermüdlich aufmerksames Publikum, eine interessant besetzte und geleitete Jury, gute Stimmung von morgens bis abends (manchmal bis in die Nacht) und drum herum Köln – was wollte man mehr.

Wer alles über Filmfolge und Bewertungen wissen will, begebe sich ins Internet. Fotos von allen „events“ gibt es auf Anforderung von Gerd Weiss, Thuleweg 56, 51061 Köln, Tel. 0221638200

 Zum Schluss ein großes Dankeschön an alle, die Zeit, Kraft und Wissen eingesetzt haben für diesen ersten REPORT in Köln: Das waren das Team vom Club Kölner Filmer, gemeinsam mit den tatkräftigen Helfern vom Film- und Videokreis Leverkusen, dem Film-Video-Club Bergisch Gladbach und dem FilmClub 86 Wipperfürth.

                                                                                                               Rolf Hülsebusch

 

Rolf Kuchelka

 

Eindrücke vom Bundesfestival „Report" in Köln

Bei seiner Verabschiedung sagte mir einer der Juroren: „Das war eine richtig schöne Atmosphäre bei Euch." Ich glaube, ein grösseres Lob hätte es kaum geben können. Vielleicht ist es ja gelungen, den Slogan „Köln ist ein Gefühl" bis in den Filmvorführraum zu bringen.
Der Filmraum mit seinem Charme der siebziger Jahre war gerade gross genug, um die zeitweilig über hundert Personen aufzunehmen. Am Freitag sorgte der kräftige Niederschlag nicht nur dafür, dass sich die Besucherreihen schnell füllten sondern auch dafür, dass der Strassenbahnverkehr zeitweilig zusammenbrach.
Die vielzitierte „glückliche Hand" die man gemeinhin der Jury wünscht, hatte bereits der Veranstalter in der Auswahl der Juroren bewiesen. In der Jury fanden sich auch zwei Vertreter aus dem „Profi"-Lager. Das trug sicher zur Bereicherung der Jurydiskussion bei, denn es wurden auch Fehler und Mängel angesprochen, die dem Auge (und Ohr) des Amateurs häufig verborgen bleiben. Die Befürchtung einiger Autoren, ihre Filme würden dadurch negativer bewertet, war aber offensichtlich unbegründet. Das Gesamtergebnis von 5 mal Gold,... mal Silber und ... mal Bronze führte zu vielen zufriedenen und strahlenden Gesichtern. Die Jurydiskussion war ausführlich und ohne Zeitdruck und die vorgebrachten Argumente positiver und negativer Kritik waren für den interessierten Zuschauer durchaus nachvollziehbar. Dabei wurde auch immer der Arbeit des Autors etwas Positives abgewonnen, niemand musste sich durch ein Urteil „von oben herab" verletzt fühlen.

Die örtliche Presse hat dieses Event leider verpasst, aber wie ich hörte, soll eine Dame unter den Zuschauern gewesen sein, die wohl nach möglichen Filmen für die Oberhausener Kurzfilmtage Ausschau gehalten hat.