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Bericht zum Bundesfilmfestival REPORT 2013

 

Sieg der Klangschalen

Ein Film gewinnt die Sympathie des Publikums, wenn der Autor ehrlich ist. Und das galt in ganz besonderer Weise für den besten Film des Bundesfilmfestivals REPORT vom 19. bis 21. April 2013 in Köln: Hartmut und Barbara Ibsch (Filmclub Teck e.V.) hatten eine Reportage über Klangschalentherapie mit alten und dementen Menschen gedreht, Titel: „… da geht etwas auf“. Als sie sich seinerzeit an die Dreharbeiten machten, zweifelten sie selbst an dieser Methode, was der Film auch zum Ausdruck bringt. Nicht umsonst wurde er einstimmig von der Jury zum besten Film des Festivals gekürt. Abgesehen von der ausgezeichneten Darstellung des Themas überzeugte er auch mit handwerklicher Präzision.

Neben einer weiteren Goldmedaille, die Doris von Restorff (Karlsruher Film- und Videoclub e.V.) für eine Reportage über einen Eingeborenenstamm in Benin („Über-Leben in den Tatas im Sombaland“) erhielt, gab es neun Silbermedaillen, über die sich deren Autoren freuen konnten; zwei davon („…und am Ende hats doch immer wieder mit Orpheus und Eurydike zu tun“ von Bernd Jansen und „Ein starkes Team mit blindem Vertrauen“  von Christl und Erich Herold) werden auf den DAFF in Jülich zu sehen sein.

Die hohe Qualität der insgesamt 38 gezeigten Reportagen überzeugte sowohl die gut, ausführlich, aber (erfreulicherweise) auch kontrovers diskutierende Jury unter der Leitung von Anke Stoverock als auch das Publikum. Die Ausrichter des Festivals, eine Arbeitsgemeinschaft der BDFA-Clubs aus Köln, Leverkusen, Bergisch Gladbach und Wipperfürth unter der Federführung des Clubs Kölner Filmer und der Moderation von Wolfram Schmachtenberg, konnten diesmal mehr Besucher verzeichnen als in den vergangenen Jahren. Ob das an den hervorragenden Filmen lag, an der Anziehungskraft der Stadt Köln oder dem attraktiven Rahmenprogramm, muss wohl offen bleiben.

Letzteres wurde sehr gerne angenommen und war schnell ausgebucht, begaben sich die Gäste doch auf eine Stadtführung auf den Spuren der heiligen Ursula, die anno 383 der Legende nach zusammen mit 11.000 sie begleitenden Jungfrauen auf dem Rhein bei Köln von den Hunnen niedergemetzelt worden war, weil sie von ihrem christlichen Glauben nicht ablassen wollte. Ob es wirklich so viele - oder realistischer Weise wohl eher nur 11 Jungfrauen - damals waren: Der Kölner ist bekanntlich großzügig, aber auch gastfreundlich und meist heiteren Gemüts, was auch wiederum den Charakter dieser schönen BDFA-Veranstaltung jedes Mal auszeichnet. Ein gelungenes Wochenende, Dank an Autoren, Juroren, Ausrichter und Organisatoren sowie nicht zuletzt an das Publikum!

Bernd Schultze-Willebrand